Die Jungfernfahrt

Unsere erste Reise mit dem Nero geht nach Franken und wir sind begeistert!

“Sind wir wirklich noch in Bayern?”

Tag 1 – Auf nach Randersacker

Freitag, 20. September 2019

Zum ersten mal den Wassertank gefüllt, die Gasflaschen angeschlossen und den Tank mit Diesel gefüllt. Wir können es irgendwie immer noch nicht glauben, den Camper den wir da gerade mit den wichtigsten Utensilien bestücken ist wirklich unserer. Da es unser erster Trip mit dem eigenem WoMo ist, haben wir nicht wirklich Ahnung, was wir alles mitnehmen müssen. Na ja, ein paar Lebensmittel, vor allem Kaffee .-), ein paar Klamotten und weil wir gerne mit dem Rad die Gegend erkunden, müssen die Fahrräder natürlich auch mit.

Der Plan ist, Freitag nach der Arbeit, also am frühen Nachmittag, los zu fahren. Deswegen packen wir schon mal alles Wichtige am Donnerstag in den Nero, dann brauchen wir nur noch einsteigen und los! Das war ja mit unter ein Grund, warum wir so einen CamperVan unbedingt haben wollten. Jetzt können wir die Wochenenden richtig nutzen, können auch mal etwas weiter weg fahren und vor allem muss man am Abend nicht wieder den Heimweg antreten! Genau deswegen machen wir uns jetzt auf in Richtung Würzburg!

Unsere Fahrt beginnt vor den Toren Münchens. Erstmal total unspektakulär auf der A99, den Münchener Autobahnring. Ich stelle den Tempomat auf gemächliche 110 km/h. Wir haben ja keinen Stress. In der Entfernung sieht man schon das Windrad bei der Allianz Arena, dass heißt das Autobahnkreuz München Nord ist nicht mehr weit. Wir wechseln auf die A9 Richtung Nürnberg und dann erstmal immer gerade aus. Der Verkehr ist für Freitag Nachmittag eigentlich ganz okay und wir kommen zügig voran. Wir wechseln nochmal die Autobahn und bewegen uns jetzt auf der A3 mit dem Ziel Würzburg, genauer gesagt Randersacker, ca. 5 km vor Würzburg. Hier hat Nadine einen Winzer ausfindig gemacht, der ein paar Stellplätze für Wohnmobile hat.

Ein Premium-Weinort vor den Toren von Würzburg.

Schon auf der Autobahn hat sich die Landschaft komplett verändert. Für uns als Oberbayern ein völliger Kontrast zum Voralpenland. Als wir die Autobahn verlassen, befinden wir uns in mitten von Weinbergen und wir müssen nur noch der Straße direkt am Main folgen und kurz darauf ist man schon in Randersacker! Ein Premium-Weinort vor den Toren von Würzburg. Ganz ehrlich, wir haben noch nie etwas von diesem wunderschönen Ort gehört. Nur alleine vom durchfahren sind wir beide total begeistert und haben für morgen einen weiteren Programmpunkt auf die Liste gesetzt! Einen ausgiebigen Ortsrundgang durch Randersacker.

Das Einchecken auf unseren Stellplatz geht schnell und unkompliziert. Einfach einen Platz aussuchen, Strom anstecken und am nächsten Morgen bezahlen. Wer Frühstücken möchte, kann dass in der Pension des Winzers machen und einen Weinverkauf gibt es natürlich auch. Bis jetzt läuft alles prima und wir sind wirklich begeistert.

Da es noch früh ist und ein so schöner Herbsttag haben wir beschlossen noch nach Würzburg zu fahren. Wir wollen aber nicht selber fahren und nehmen den Bus. Die Bushaltestelle ist nur ein paar Schritte entfernt. Wir müssen nicht lange warten und die Fahrt mit dem Bus dauert keine 15 Minuten und man steigt direkt in der Stadt aus. Alle Highlights, wie z.B. die Residenz, oder die Festung Marienberg werden wir heute natürlich nicht mehr schaffen, aber für einen Stadtbummel reicht die Zeit locker! Wir bummeln durch die sehenswerte Stadt und immer wieder hat man die Weinberge im Blick. Man könnte fast meinen, dass ist irgendwo in Südtirol. Wir sehen uns an und fragen uns, “Warum waren wir eigentlich noch nie hier?”

In Würzburg nennt man das “Brückenschoppen”.

Da es uns irgendwie immer Richtung Wasser zieht, wollen wir natürlich auch an den Main zur “Alten Mainbrücke”. Schon in der Entfernung sieht man eine riesige Menschenansammlung und wir fragen uns, “Was ist denn hier los? Gibt’s hier was umsonst?” – Je näher wir kommen, desto klarer wird uns, was da los ist. In Würzburg nennt man das “Brückenschoppen”. Direkt vor der Brücke gibt es ein Weinlokal an dem Wein ausgeschenkt wird, der natürlich aus der Region kommt. Da dieses Lokal aber sehr klein ist, wird die komplette Brücke mit weintrinkenden Menschen bevölkert die den Sonnenuntergang über dem Main genießen. Ganz klar, Daumen nach oben. Würzburg hat was. Da wir Hunger haben und von der Mainbrücke einen Biergarten direkt am Main entdecken, machen wir uns auf zum anderem Ufer. Zum Essen gibt’s natürlich, so wie das in Franken sein muss, fränkische Bratwurst mit Sauerkraut und dazu ein leckeres Bier, natürlich auch aus Franken. Lecker!!! Und so lassen wir den Abend in Würzburg gemütlich ausklingen.

Unsere erste Nacht im neuen Kastenwagen steht bevor. Wir sind schon gespannt, fast aufgeregt. Müde, glücklich und irgendwie aufgeregt krabbeln wir in unser großes Heckbett und lassen den Tag nochmals Revue passieren: wir sind uns einig – “Ja, hier gefällt es uns richtig gut”!

Tag 2 – Fahrradtour in Lohr am Main

Samstag, 22. September 2019

Wie war sie jetzt, die erste Nacht im Camper? Vor lauter Aufregung hat es ein bisschen gedauert bis wir eingeschlafen sind, aber die zweite Hälfte der Nacht war sehr angenehm und vor allem am Stellplatz war es sehr ruhig. Nur über eine Sache waren wir uns am nächsten Morgen sofort einig. Hier muss unbedingt ein Matratzentopper rein. Die Standard-Matratze von Pössl ist uns eindeutig zu hart!

Jetzt erstmal das wichtigste überhaupt! Ein gemütliches Frühstück und eine heiße Tasse Kaffee. Während des Frühstücks machen wir neue Pläne für den Tag und haben beschlossen, eine Radtour am Main entlang zu unternehmen.

Der Ort hat eine traumhafte Lage direkt am Main und ist von Weinbergen umgeben!

Aber bevor wir unseren Stellplatz verlassen, möchten wir, wie am Tag zuvor beschlossen, einen Rundgang durch Randersacker unternehmen! Der Ort hat eine traumhafte Lage direkt am Main und ist von Weinbergen umgeben! Spaziert man an der Hauptstraße entlang, der neu gestalteten „Place de Vouvray“ fällt einem sofort der neue Brunnen “Balthasars Badewanne” ins Auge! Aber es gibt noch mehr zu entdecken, wie der Mönchshof oder die Pfarrkirche. Wer ein bisschen mehr Bewegung braucht, macht eine Wanderung durch die Weinberge oder eine Radtour am Main entlang! Genau das möchten wir heute auch machen, aber im 50 km entfernten Lohr am Main!

Die Fahrt führt uns immer am Main entlang und sobald man Würzburg hinter sich gelassen hat, verändert sich die Landschaft ein weiters mal. Es bleibt zwar hügelig, aber anstatt der Weinberge, gibt es immer mehr Wälder.

Park4Night führt uns auf einen großen Wohnmobilstellplatz in Lohr am Main. Ob wir hier die Nacht verbringen, wissen wir noch nicht, aber als Start für unsere Radtour ist der Platz perfekt, da er nämlich direkt am Mainradweg liegt. Während ich die Räder vom Träger nehme, bereitet Nadine uns eine Brotzeit vor. Wir wollen uns erst nochmal stärken, bevor wir in die Pedalen treten und so genießen wir unser erstes Mittagessen mit Ausblick auf den Main.

Das Ziel unserer Tour ist Gemünden am Main im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und die Strecke beträgt ca. 15 km einfach. Der Mainradweg verläuft direkt am Mainufer und hat keine nennenswerte Steigung. Immer wieder hat man die Möglichkeit auf Parkbänken die Aussicht zu genießen oder sich an Infotafeln über die Region schlau zu machen.

Wir sind entzückt, als wir auf dem Marktplatz in Gemünden ankommen.

Wir sind entzückt, als wir auf dem Marktplatz in Gemünden ankommen. Der Kern der Altstadt ist geprägt von Fachwerkhäusern, in denen sich Geschäfte, Restaurants und natürlich auch Cafés befinden. Es sind fast alle Sitzplätze belegt, aber mit etwas Geduld ist auch dieses Problem schnell gelöst. Hier verweilen wir eine Zeit lang und verfolgen das rege Treiben in den Straßen. Definitiv ein Ort, den wir ein zweites Mal besuchen werden.

Weil wir gerne Abwechslung haben, fahren wir auf der anderen Uferseite zurück. Zugegeben, die Landschaft ist die gleiche .-), aber dennoch ist die Perspektive eine andere. Auf dem Rückweg haben wir uns schon mal Gedanken zu unserem Schlafplatz für die kommende Nacht gemacht und haben beschlossen noch ein Stückchen weiter zu fahren. Nadine hat auf Park4Night einen schönen Stellplatz in Hammelburg gefunden. Schön in der Natur gelegen, terrassenförmig angelegt und es soll sogar ein Tiergehege geben. Das klingt doch nach einem Plan.

Als wir wieder beim Wohnmobil angekommen sind, werden die Fahrräder verstaut und es geht los ins 40km entfernte Hammelburg. Unser Navi führt uns zunächst über die B26 am Main entlang nach Gemünden und weiter auf einer kleinen Straße mit vielen Kurven Richtung Hammelburg.

“Sind wir hier wirklich richtig?”

Nach einer schönen Fahrt kommt dann irgendwann ein kleines Schild mit einem “Wohnmobil-Symbol” darauf, dass möchte, dass man rechts abbiegt. Weiter geht es auf einen kleinen Feldweg. “Sind wir hier wirklich richtig?”, frage ich Nadine, aber als wir ein Stückchen weiter gefahren sind, sehen wir schon in der Ferne die Wohnmobile in mehreren Reihen stehen. Wie versprochen, in Terrassen angelegt, eingebettet in einer wunderschönen Landschaft.

Das Einchecken ist hier denkbar einfach. Stellplatz aussuchen und einfach am Tag der Abreise beim Platzwart bezahlen. Selbstverständlich gibt es auch Strom und sogar 2 V&E-Stationen. Darüber hinaus gibt es ein Sanitärgebäude und ein Lokal mit Biergarten. An der Rezeption kann man zwischen 8:00 und 9:30 Uhr regionale Produkte, frische Eier vom Hof und natürlich auch Brötchen kaufen. Ach so, und wie bereits schon mal erwähnt, ein Tiergehege mit vielen Alpakas gibt es natürlich auch.

Also kurz gesagt, ein perfekter Ort um einen perfekten Tag ausklingen zu lassen. Ein Stellplatz war schnell gefunden. Jetzt nur noch Tisch und Stühle aufbauen, ein leckeres Essen kochen und den Rest des Tages bei wunderbarer Aussicht über das Saaletal genießen.

Tag 3 – Relaxen in Bad Kissingen

Sonntag, 23. September 2019

Es ist muxmäuschenstill als ich in der Früh die Augen aufschlage. Was für eine traumhafte Ruhe. Der Berg aus Kissen und Decken neben mir fängt an sich zu bewegen und sprechen kann er auch! – “Guten Morgen Schatz, wie hast du geschlafen?”, höre ich Nadine. “Ich hab geschlafen wie ein Murmeltier.” – “Und du?” – “Ich auch.” bestätigte Nadine.

Wir öffnen das Rollo hinter unseren Köpfen und checken die Lage, was draußen so los ist. Aber bis auf ein paar aktive Camper-Kollegen und ein fressendes Alpaka können wir nichts auffälliges entdecken. Wir schauen uns an und sind uns einig: “Gute Idee, dass machen wir jetzt auch.” Gesagt, getan. Während des Frühstücks, halten wir wieder unsere obligatorische Lagebesprechung und haben schnell ein neues Tagesziel beschlossen.

Heute geht es für uns weiter nach Bad Kissingen. Nach der ganzen “Action”, wollen wir beide ein bisschen entspannen und wo kann man das besser machen, als in einer Therme in einem der wichtigsten Heilbäder Deutschlands. Nadine programmiert das Navi, dass uns direkt zum Knaus Campingpark in Bad Kissingen führt. Die Fahrzeit dauert gerade einmal 30 Minuten.

Der 4* Sterne Campingplatz liegt direkt an der Fränkischen Saale und direkt gegenüber des wunderschönen Kurparks.

Der 4* Sterne Campingplatz liegt direkt an der Fränkischen Saale und direkt gegenüber des wunderschönen Kurparks. Praktischerweise sind die KissSalis Therme sowie das Zentrum zu Fuß erreichbar. Da wir stolze Besitzer einer ACSI-Karte sind, kostet die Nacht nicht recht viel mehr, als ein üblicher Stellplatz und das man auf einem 4* Sterne Platz auf nichts verzichten muss, versteht sich von selbst.

Aufgrund der kurzen Strecke sind wir noch vor dem Mittagessen auf dem Campingplatz. So bleibt noch genug Zeit, vor dem Thermenbesuch, eine Kleinigkeit zu essen und ein paar Infos über den Ort einzuholen. Ich hole das Smartphone raus und lese gespannt über Bad Kissingen und bin erstaunt. Aber lest selbst:

Die geschichtsträchtige und wohl bekannteste deutsche Kur- und Bäderstadt bietet seinen Gästen eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Der Kurort ist bayerisches Staatsbad, ältester Gradierstandort Europas und hat den ältesten Golfplatz Bayerns (1911). Bad Kissingen besitzt das wohl größte Ensemble historischer Kurbauten, die um den Kurgarten errichtet wurden. Bad Kissingen ist eine von elf traditionsreichen europäischen Kurstädten, die als „Great Spas of Europe“ einen Eintrag als UNESCO-Welterbe anstreben.

Die größte Wandelhalle Europas, der prachtvolle Regentenbau, der wunderschöne Rosengarten und Arkadenbau mitsamt Kurgarten sowie die nicht minder berühmte Spielbank Bad Kissingen sind nur einige Beispiele. Ob beim Lauschen eines Konzerts des „Kissinger Sommer“ oder beim Abtauchen in der 7000 m² großen KissSalis Therme – hier kommt jeder auf seine Kosten!

https://www.knauscamp.de/bad-kissingen.html

Und genau deswegen, machen wir uns auf dem Weg zur Therme, wo wir für die nächsten 4 Stunden entspannen, relaxen und das bisher erlebte Revue passieren lassen. Es kommt uns so vor, als wären wir schon ewig unterwegs. Ausgeruht und erholt gehen wir am späten Nachmittag durch den schönen Kurpark in die Stadt. An so einem mondänen Ort kochen wir natürlich nicht selbst, sondern lassen uns auch kulinarisch verwöhnen und stoßen mit einen Glas Franken-Wein auf unsere Reise an.

Tag 4 – Alles hat ein Ende

Montag, 24. September 2019

Auch in Bad Kissingen verbringen wir eine erholsame Nacht und inzwischen haben wir unseren “Camper-Rhythmus” gefunden. Wir merken, wie wir von Tag zu Tag ruhiger werden und sind voll in unserem Element. Nur blöd, dass heute unser Kurztrip schon wieder endet. Leider hat auch die schönste Reise irgendwann ihr Ende.

Das Spannendste was heute auf dem Programm steht, ist wahrscheinlich die Entleerung der Chemietoilette, aber auch das klappt ohne große Probleme. So rollen wir gegen 10 Uhr entspannt vom Campingplatz und halten uns Richtung Autobahn A71 – Schweinfuhrt. Dann weiter auf der A70 in Richtung Bamberg, weiter nach Nürnberg und wie bereits schon am Hinweg, auf die A9 Richtung München.

Kurz vor München sieht man schon wieder das Windrad neben der Allianzarena und das ist für uns das Zeichen, dass wir noch einmal die Autobahn auf die A99 wechseln müssen. Wir sind wieder in heimischen Gefilden und somit endet unsere Reise.

Diese Art des Reisens ist perfekt für uns!

Unser Fazit: Diese Art des Reisens ist perfekt für uns. Man kann sein eigenes Tempo bestimmen. Keiner sagt dir, wo und wann man irgendwo sein muss. Wir haben unseren Nero jetzt schon ins Herz geschlossen und freuen uns auf den nächsten Trip.

Ja und Franken: Wir sind begeistert wie schön es dort ist. Wunderschöne Städte, die Flüsse, die Seen, die Wälder und die Weinberge. Einfach unglaublich facettenreich. Wir haben Stellenweise vergessen, dass wir immer noch in Bayern sind. Für uns steht fest, diese Region werden wir noch öfters besuchen und werden selbstverständlich wieder darüber berichten.

Bleibt neugierig! Euer Dominik.

Unsere Stellplätze

Info Box

Randersacker: Stellplatz am Winzerhof – Fam. Anton Schmachtenberger
http://www.winzerhof-und-gaestezimmer.de/
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Lohr am Main: Stellplatz am Mainufer
https://www.lohr.de/tourismus-und-kultur/planen-buchen/unterkuenfte/wohnmobile/
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Hammelburg: Stellplatz Ausblick am Forellenhof
https://www.ausblick-forellenhof.de/
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Bad Kissingen: Campingplatz Knaus Campingpark
https://www.ausblick-forellenhof.de/

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